Schreibwerkstatt

Vom Plotten oder doch nicht Plotten

5. April 2016

Ich werde immer mal wieder gefragt:

„Plottest du eigentlich?“

In einigen Beiträgen auf diesem Blog und in unzähligen auf meiner Facebook Seite habe ich bereits dazu etwas gesagt, aber ich denke, es ist an der Zeit, diesem Thema mal ein wenig mehr Raum zu geben.

Das Plotten

Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Begriff ein wenig schwer tue. Kann aber auch daran liegen, dass ich alles und jeden analysieren muss (scheint so eine Berufskrankheit von Naturwissenschaftlern zu sein – alles muss in Werte und Normen gefasst, protokoliert und anschließend bis einem die Ohren bluten ausdiskutiert werden).
Also habe ich extra für diesen Blogbeitrag ein wenig Recherche betrieben, was Plotten überhaupt ist.

Und da gehen die Meinungen stark auseinander. Manche bezeichnen schon das bloße Notieren von Gedanken als plotten, andere meinen, dass man den vollständigen Handlungsverlauf skizziert, Charaktere niederschreibt und Problematiken vermerkt. Einen allgemeinen Artikel wie in Wikipedia oder der Selfpublisherbibel habe ich nicht gefunden. Für jeden scheint es ein wenig anders zu sein.

Was ist plotten eigentlich?

Für mich ist Plotten Folgendes: Anhand einer Liste von Kriterien sein Buch schon von Anfang an durchzuplanen. Neben des Ausarbeitens sämtlicher Handlungsorte, von Wendungen, Überraschungen und Szenen, werden detaillierte Charakterbeschreibungen angefertigt und auch Konflikte erstellt.

Fragen wie: Passen alle Szenen zusammen; steigern die Wendungen die Spannung des Romans, sind die Charaktere zu „langweilig“ gestaltet, und ähnliche Stichpunkte helfen denjenigen bei der Erstellung ihres Plottes.

Viele schwören auf diese Methode und würden niemals einfach so drauflos schreiben. Für mich ist das jedoch nichts. Ansatzweise benutze ich für mein derzeitiges Projekt einen „Plot“, weil ich ohne eine genaue Beschreibung meiner Wesenheiten keine einzige Zeile schreiben könnte. Und auch das Grundgerüst, wie viele Aufträge und mit was sie es zu tun haben, habe ich bereits notiert. Grundsätzlich lasse ich mich jedoch von meiner Geschichte und besonders von meinen Protagonisten treiben. Letztere finden es einfach zu amüsant, sich über den Autor hinwegzusetzen und ihr eigenes Ding zu machen.
Ohne Rücksicht auf Verluste.

Und die andere Schreibvariante

Ich zähle zu den sogenannten „Discovery-Schreibern“, die Skizzen zu ihren Protagonisten (und im Falle von High-Fantasy Autoren von der Flora und Fauna) anfertigen, und auch das Ende hat man vielleicht schon vor Augen (ganz ohne ein Ziel kann ich eben auch nicht schreiben =) ), aber alles Weitere, welche Orte aufgesucht werden, was dort geschieht, kommt ein neuer Charakter vor – all diese Fragen weiß ich noch nicht im Vorfeld.
Wenn ich schreibe, spielt sich genau in diesem Moment die Geschichte in meinem Kopf ab. Es ist, als lese ich ein Buch, nur dass ich es gerade auch schreibe. Fast immer vergesse ich in diesem „Schreibrausch“ auch, was ich überhaupt geschrieben habe, weshalb ich, wenn ich mich wieder ans Buch setze, noch einmal die letzten Seiten lesen muss. Aber das nehme ich gern ich kauf. Ich mag diese Schreibmethode am liebsten, weil sie für mich Überraschungen bereithält. Nicht nur ihr wollt sozusagen „entführt“ werden. Auch ich möchte das =)
Und manchmal, insbesondere in meiner Sylnen-Reihe, schaffe ich auch genau diesen Zustand des Eintauchens.

Und wie ist es bei euch? Was seid ihr für ein Schreibtyp? Und was bedeutet für euch das Plotten?
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr einen Kommentar zu diesen Fragen hinterlasst =)

Ich wünsche euch einen wundervollen Dienstag =)

Eure Ela

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10 Kommentare

  • Reply MoniK 5. April 2016 at 11:45

    Ich bin kein Plotter – Wen ich schreiben will, dann schreibe ich … und zwar ohne Punkt und Komma in die Tastatur. Und mit Tastatur meine ich wirklich die alte Tastatur bzw. Schreibmaschine. Es ist wirklich doof – aber ich kann nur per Hand oder mit alter Maschinchen was zu Ende bringen ..

    • Reply Ela Feyh 5. April 2016 at 11:54

      Respekt!
      Ich habe das per Hand schreiben in der Schule gemacht und mich da schon immer geärgert, dass ich zu schnell denke. Deshalb bin ich unglaublich froh, dass ich eine gute Tastatur habe, mit der ich beinahe 1:1 meine Gedanken zu Papier bringen kann =)

  • Reply Marbie Stoner 5. April 2016 at 11:46

    Genauso läuft es bei mir auch. Meine Figuren erwachen zum Leben, unterhalten sich und Neue kommen überraschend hinzu! Ich schreibe und lese gleichzeitig und werde Teil der Geschichte.

    • Reply Ela Feyh 5. April 2016 at 11:56

      Genau diesen Zustand liebe ich auch und möchte ihn nicht mehr in meinem Leben missen. Ich habe das Plotten einmal ausprobiert und es hat meinen Schreibfluss erheblich gestört. Außerdem haben meine Protagonisten sowieso wieder etwas vollkommen anderes gemacht, sodass der Plot eigentlich komplett über den Haufen geworfen wurde.

  • Reply Vanessa Carduie 5. April 2016 at 21:07

    Ich bin auch keine Plotterin. Bestimmte Handlungspunkte sind fest in meinem Kopf, aber den Weg dahin beschreiten meine Protas auf ihre Art. Sie lassen sich von mir eh nichts vorschreiben ;-)

    • Reply Ela Feyh 5. April 2016 at 21:59

      Das scheint unter den Protas weit verbreitet zu sein =) Mir sind bisher wirklich sehr, sehr wenige untergekommen, die genau das machen, was die Autorin/ der Autor ihnen vorschreibt. Meinte tanzen mir leider alle auf der Nase herum …

  • Reply Silvia Röttges 5. April 2016 at 22:06

    Ich bin ein absoluter Neuling, ich bekenne mich hier mal dazu. Ich habe versucht zu plotten, aber bis auf die Beschreibung meiner Protas ist es mir nicht gelungen. Ich schreibe darauf los. Mein Kopf ist voll von Ideen, leider scheitert es an der Umsetzung in Worte. ich habe jetzt 107 Normseiten und bin gespannt was kommt.
    Danke für die Tipps die ich aus deinem Artikel mitnehme
    Silvia

    • Reply Ela Feyh 5. April 2016 at 22:15

      Gern geschehen Silvia =)
      Und nicht den Mut verlieren! Ich habe zu beginn auch Schwierigkeiten gehabt, meine Gedanken in Worte zu fassen. Das kam mit der Zeit ganz von allein. Man muss nur immer dran bleiben und sich nicht entmutigen lassen. Den letzten Monat habe ich zum Beispiel kaum etwas geschrieben, weil ich meine Gedanken nicht wirklich fassen konnte und alles fade wirkte. Jetzt weiß ich, dass mein Kopf bei meinen beiden Reihen ist und gerade keine anderen Geschichten duldet. Wenn mir eine Idee kommt (Wie es in letzter Zeit häufiger der Fall war), schreibe ich nur schnell die Grundidee und vielleicht ein Kapitel auf, damit ich weiß, in welche Richtung die Story geht, danach setzte ich mich aber wieder an meine beiden „Hauptwerke“ =)
      Ganz liebe Grüße
      Ela =)

  • Reply Reinhard Kratzl 6. April 2016 at 12:54

    Mir gehts da wie dir. Die Story entwickelt sich während dem Schreiben. :) Als ob ich selbst mitten drinn wäre. :) LG Reinhard

    • Reply Ela Feyh 6. April 2016 at 20:06

      Ein unglaubliches Gefühl, oder? Da kommt nichts weiter ran- Weder Filmegucken noch PC-Zocken =)

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